Zuerst die Zuständigkeit klären
Anders als im Erbfall gehört der Haushalt weiterhin dem Bewohner. Wer die Wohnung auflösen lässt, braucht dafür eine Legitimation: eine Vorsorgevollmacht, eine Betreuung mit entsprechendem Aufgabenkreis oder die ausdrückliche Zustimmung des Betroffenen.
Das ist keine Formalie. Ohne Vollmacht können Mietvertrag, Versicherungen und Verträge nicht gekündigt werden, und Angehörige geraten in Erklärungsnot gegenüber Vermieter, Heim oder Geschwistern. Klären Sie deshalb zuerst, wer entscheidet – und dokumentieren Sie Absprachen kurz schriftlich.
Ebenso früh gehört der Mietvertrag auf den Tisch: Kündigungsfrist, Rückgabezustand, Regelungen zu Einbauten und Renovierung. Aus diesen Punkten ergibt sich der Zeitplan für die Räumung.
- Vorsorgevollmacht, Betreuung oder Zustimmung des Betroffenen prüfen
- Mietvertrag: Kündigungsfrist und Rückgabezustand klären
- Verträge kündigen oder umstellen: Strom, Gas, Telefon, Rundfunkbeitrag, Versicherungen
- Absprachen mit Geschwistern kurz schriftlich festhalten
Was mitkommt: das Zimmer im Heim planen
Ein Pflegezimmer bietet in der Regel Platz für einige persönliche Möbel und Erinnerungsstücke – häufig einen Sessel, eine Kommode, Bilder, Fotos, eine Lampe, Bettwäsche und Kleidung. Was genau möglich ist, sagt Ihnen die Einrichtung; fragen Sie nach Maßen und Brandschutzvorgaben, bevor Sie planen.
Es lohnt sich, diese Auswahl gemeinsam mit dem Betroffenen zu treffen. Vertraute Gegenstände erleichtern das Einleben deutlich, und der Umzug bleibt eine Entscheidung, nicht ein Verlust.
Praktisch hat sich eine Dreiteilung bewährt: mit ins Heim, in der Familie behalten, auflösen. Was in die dritte Gruppe fällt, kann verwertet, gespendet oder entsorgt werden.
Teilräumung oder Komplettauflösung
Nicht jede Situation verlangt eine vollständige Auflösung. Wenn noch offen ist, ob eine Rückkehr möglich ist, ist eine Teilräumung sinnvoll: Keller, Dachboden und ungenutzte Räume werden geräumt, der Wohnbereich bleibt vorerst bestehen.
Steht die dauerhafte Unterbringung fest, ist die Komplettauflösung meist die günstigere Lösung, weil Miete und Nebenkosten entfallen. Bei Eigentum entscheidet die Familie, ob vermietet oder verkauft wird – hier spielen auch die Heimkosten eine Rolle.
Wir richten den Umfang danach aus: kostenlose Besichtigung, Festpreis für den vereinbarten Umfang, Wertanrechnung, getrennte Entsorgung und besenreine Übergabe. Seit 2004 und mit eigenen Sprintern und eigenen Containern können wir Termine auch kurzfristig einplanen, wenn ein Heimplatz schnell frei wird.
- Teilräumung, wenn eine Rückkehr noch möglich ist
- Komplettauflösung, wenn die Unterbringung dauerhaft ist
- Verwertbares wird angerechnet und senkt die Kosten
- Kurzfristige Termine durch eigene Teams, eigene Sprinter und eigene Container
Die Immobilie: vermieten, verkaufen oder halten
Wenn die Wohnung Eigentum ist, stellt sich nach der Räumung die Frage nach der Nutzung. Vermietung erzeugt Einnahmen, bindet aber Verwaltung und Instandhaltung. Ein Verkauf schafft Liquidität, die häufig für Heimkosten benötigt wird. Halten ohne Nutzung ist meist die teuerste Variante, weil Kosten weiterlaufen und der Zustand leidet.
Für alle drei Wege ist eine belastbare Wertermittlung die Grundlage – ebenso, wenn Geschwister eine Entscheidung mittragen müssen oder ein Sozialleistungsträger Auskunft verlangt. Als Makler und zertifizierter Sachverständiger begleiten wir Räumung, Bewertung und Vermarktung aus einer Hand.
Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick aus der Praxis und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall. Für mietrechtliche und steuerliche Fragen sind Rechtsanwalt beziehungsweise Steuerberater zuständig.