Wann ein Energieausweis erforderlich ist
Nach dem Gebäudeenergiegesetz ist bei Verkauf, Vermietung oder Verpachtung eines Gebäudes oder einer Nutzungseinheit grundsätzlich ein gültiger Energieausweis vorzulegen. Interessenten müssen ihn spätestens bei der Besichtigung einsehen können; nach Vertragsabschluss ist er regelmäßig zu übergeben.
Bestimmte Pflichtangaben aus dem Ausweis gehören bereits in kommerzielle Immobilienanzeigen, sofern ein Ausweis vorliegt. Ausnahmen bestehen unter anderem für einzelne Baudenkmäler und sehr kleine Gebäude. Ob eine Ausnahme greift, sollte im konkreten Fall geprüft werden.
Verbrauchsausweis und Bedarfsausweis
Der Verbrauchsausweis basiert überwiegend auf dem gemessenen Energieverbrauch der Bewohner in zurückliegenden Abrechnungsperioden. Das Ergebnis wird deshalb auch vom individuellen Heizverhalten beeinflusst.
Der Bedarfsausweis bewertet dagegen Gebäudehülle und Anlagentechnik rechnerisch. Er ist aufwendiger, dafür weniger vom Verhalten einzelner Bewohner abhängig. Welche Variante zulässig oder vorgeschrieben ist, hängt insbesondere von Gebäudeart, Baujahr, Zahl der Wohneinheiten und energetischem Standard ab.
- Verbrauchsausweis: Auswertung realer Verbrauchsdaten
- Bedarfsausweis: technische Berechnung des Energiebedarfs
- Energieausweise sind grundsätzlich zehn Jahre gültig
- Energieklasse und Kennwert werden auf unseren Objektseiten anschaulich dargestellt
Gültigkeit, Kosten und Bußgeldrisiko
Ein Energieausweis gilt grundsätzlich zehn Jahre. Nach wesentlichen energetischen Änderungen kann eine Neuerstellung sinnvoll oder erforderlich sein. Die Kosten hängen von Ausweisart, Gebäudegröße, Datenlage und Aussteller ab; ein Bedarfsausweis ist wegen des höheren Aufwands meist teurer.
Fehlende Vorlage, Übergabe oder Pflichtangaben können als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Das Gebäudeenergiegesetz sieht hierfür empfindliche Bußgelder vor. Eigentümer sollten den Ausweis daher nicht erst nach Beginn der Vermarktung beauftragen.
Dieser Beitrag gibt den allgemeinen Stand des Gebäudeenergierechts wieder und ersetzt keine Rechts- oder Energieberatung. Ausnahmen und die richtige Ausweisart sind für das konkrete Gebäude zu prüfen.