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Maklerprovision beim Hauskauf und -verkauf: Wer zahlt was?

Beim Kauf oder Verkauf eines Hauses hängt die Verteilung der Maklerprovision von der Objektart, den Auftraggebern und dem Maklervertrag ab. Für Wohnungen und Einfamilienhäuser gelten bei Verbraucherkäufen seit Ende 2020 besondere Regeln zur Textform und zur Aufteilung der Kosten.

ca. 8 Minuten LesezeitStand:

Hausmodell zwischen zwei Vertragsmappen zur Maklerprovision

Kurz beantwortet

In Baden-Württemberg sind häufig 3,57 Prozent inklusive Mehrwertsteuer je Seite üblich, zusammen 7,14 Prozent. Diese Höhe ist nicht gesetzlich festgelegt, sondern wird im Maklervertrag vereinbart.

Die Rechtslage seit 2020 (§§ 656a–656d BGB)

Seit dem 23. Dezember 2020 gelten die §§ 656a bis 656d BGB für die Vermittlung von Wohnungen und Einfamilienhäusern, auch von Einfamilienhäusern mit Einliegerwohnung, wenn der Käufer als Verbraucher handelt. Die Vorschriften regeln unter anderem die Form des Maklervertrags und die Verteilung der Maklerkosten zwischen Verkäufer und Käufer.

Nach § 656a BGB bedarf der Maklervertrag der Textform. Eine Vereinbarung per E-Mail genügt, eine rein mündliche Beauftragung dagegen nicht. Damit müssen die wesentlichen Vereinbarungen zur Vermittlung und Vergütung in Textform festgehalten werden.

Wann die Halbteilung gilt – und wann nicht

Wird der Makler von beiden Seiten beauftragt, darf er nach § 656c BGB Provision nur von beiden Parteien in gleicher Höhe verlangen. Verkäufer und Käufer tragen in dieser Konstellation jeweils denselben Anteil.

Beauftragt dagegen nur eine Seite den Makler – meist der Verkäufer – und soll die andere Seite einen Teil der Provision übernehmen, greift § 656d BGB. Der übernommene Anteil darf höchstens 50 Prozent betragen. Der Auftraggeber bleibt mindestens in gleicher Höhe zur Zahlung verpflichtet. Die andere Seite muss ihren Anteil außerdem erst zahlen, wenn der Auftraggeber die Zahlung seines Anteils nachgewiesen hat.

Diese besonderen Verteilungsregeln erfassen nicht jeden Immobilienkauf. Bei Mehrfamilienhäusern, unbebauten Grundstücken, Gewerbeimmobilien und Käufen durch Unternehmen ist die Verteilung der Maklerprovision frei vereinbar.

Übliche Provision in Baden-Württemberg und Karlsruhe

In Baden-Württemberg ist bei der Vermittlung von Wohnungen und Einfamilienhäusern häufig eine Provision von 3,57 Prozent inklusive Mehrwertsteuer je Seite üblich. Das entspricht 3 Prozent netto für den Verkäufer und 3 Prozent netto für den Käufer, zusammen also 7,14 Prozent inklusive Mehrwertsteuer.

Diese Höhe ist nicht gesetzlich festgelegt. Die Angabe beschreibt eine häufige regionale Praxis, keine verbindliche Vorgabe. Welche Provision vereinbart wird, muss dem Maklervertrag entnommen werden.

Rechenbeispiel: Maklerprovision bei 500.000 € Kaufpreis

Bei einem Kaufpreis von 500.000 Euro und einer vereinbarten Provision von 3,57 Prozent inklusive Mehrwertsteuer je Seite ergibt sich folgende Aufteilung:

  • Kaufpreis: 500.000 €
  • Verkäuferanteil: 3,57 % = 17.850 €
  • Käuferanteil: 3,57 % = 17.850 €
  • Provision beider Seiten zusammen: 35.700 €

Wann die Maklerprovision fällig wird

Die Maklerprovision ist eine Erfolgsprovision nach § 652 BGB. Der Anspruch entsteht erst, wenn der Kaufvertrag durch die Tätigkeit des Maklers wirksam zustande kommt.

Bei einer Kostenübernahme nach § 656d BGB kommt für die andere Seite eine zusätzliche Voraussetzung hinzu: Sie muss erst zahlen, wenn der Auftraggeber seinen Provisionsanteil nachweislich bezahlt hat.

Maklerprovision und Steuer

Die Maklerprovision gehört nicht zur Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer. Auf den Provisionsbetrag selbst fällt daher keine Grunderwerbsteuer an.

Käufer, die die Immobilie vermieten, rechnen die Provision zu den Anschaffungsnebenkosten. Sie wird über die Absetzung für Abnutzung (AfA) berücksichtigt. Bei einer selbst genutzten Immobilie ist die Maklerprovision nicht absetzbar.

Für Verkäufer ist die Provision nur dann als Veräußerungskosten relevant, wenn der Verkauf als privates Veräußerungsgeschäft nach § 23 EStG steuerpflichtig ist. Die steuerliche Behandlung sollte mit einem Steuerberater geklärt werden.

Checkliste vor der Unterschrift

Vor Abschluss des Maklervertrags sollten Verkäufer und Käufer die Vereinbarung zur Provision vollständig prüfen. Entscheidend ist, dass Form, Höhe und Verteilung eindeutig dokumentiert sind und zur konkreten Objekt- und Käuferkonstellation passen.

  • Maklervertrag in Textform abschließen, zum Beispiel per E-Mail
  • Provisionshöhe inklusive Mehrwertsteuer eindeutig festhalten
  • Prüfen, ob beide Seiten den Makler beauftragen oder nur eine Seite Auftraggeber ist
  • Bei Wohnungen und Einfamilienhäusern mit Verbraucherkäufer die Vorgaben der §§ 656c und 656d BGB beachten
  • Bei Mehrfamilienhaus, Grundstück, Gewerbeimmobilie oder Unternehmenskauf die frei vereinbarte Verteilung prüfen
  • Steuerliche Folgen bei Vermietung oder steuerpflichtigem privatem Veräußerungsgeschäft mit dem Steuerberater klären

Dieser Beitrag bietet eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Maßgeblich sind der konkrete Maklervertrag, die Objektart und die gesetzlichen Voraussetzungen des Einzelfalls. Steuerliche Fragen sollten mit einem Steuerberater geklärt werden.

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Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Die wichtigsten Fragen aus diesem Beitrag – kompakt zusammengefasst.

In Baden-Württemberg sind häufig 3,57 Prozent inklusive Mehrwertsteuer je Seite üblich, zusammen 7,14 Prozent. Diese Höhe ist nicht gesetzlich festgelegt, sondern wird im Maklervertrag vereinbart.

Nicht immer. Beauftragen beide Seiten den Makler, darf er nach § 656c BGB bei Wohnungen und Einfamilienhäusern mit Verbraucherkäufer nur eine Provision in gleicher Höhe verlangen. Beauftragt nur eine Seite den Makler, darf die andere Seite nach § 656d BGB höchstens 50 Prozent übernehmen.

Nein. Mehrfamilienhäuser werden von den besonderen Verteilungsregeln der §§ 656c und 656d BGB nicht erfasst. Dort kann die Verteilung frei vereinbart werden.

Als Erfolgsprovision nach § 652 BGB entsteht sie erst, wenn der Kaufvertrag durch die Tätigkeit des Maklers wirksam zustande kommt. Bei einer Kostenübernahme nach § 656d BGB zahlt die andere Seite erst, wenn der Auftraggeber seine Zahlung nachgewiesen hat.

Bei einer vermieteten Immobilie zählt die Provision für Käufer zu den Anschaffungsnebenkosten und wird über die AfA berücksichtigt. Bei Selbstnutzung ist sie nicht absetzbar. Verkäufer können sie nur bei einem steuerpflichtigen privaten Veräußerungsgeschäft nach § 23 EStG als Veräußerungskosten berücksichtigen.

Nein. Die Maklerprovision gehört nicht zur Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer.

Der Maklervertrag für Wohnungen und Einfamilienhäuser mit einem Verbraucherkäufer bedarf nach § 656a BGB der Textform. Eine E-Mail genügt, eine rein mündliche Vereinbarung nicht.